Weinnasen-Geschichten aus 2005

Brasiliens ungehobene Schätze: Wein!

- Teil I. -


20.05.2005

Seit nun mehreren Jahren - 2003- weiß ich von einem veritablen Weinanbau in Brasilien. Genauer, von Weinanbaugebieten im Süden des riesigen Landes. In dem Bundesstaat "Rio Grande do Sul" (I. - IV.) und dem kaum bekannten, neuen Anbaugebiet V. "Vale de Sao Francisco".
Wo dies so alles liegt, schaut nach in der Karte, die ich gezeichnet habe von Latein-Amerika, auf dem Staatsgebiet der brasilianischen Bundesstaaten.
48 % des südamerikanischen Kontinents - ca. 28 mal so groß wie die BRD - macht der 5.-größte Staat der Welt aus.
Mit "nur" 2 Millionen Einwohnern ist Brasilia die Hauptstadt, mitten im Dschungel, Anfang der 50-iger jahre des letzten Jahrhunderts quasi aus dem Boden gestampfte Retortenstadt, in der sich auch der weltber. Architekt (Walter) Oscar Niemeyer mit damals futuristischen Gebäuden und Objekten verewigen konnte! Die "eigentlichen" Hauptstädte sind Rio de Janeiro, Sao Paulo, Salvador da Bahia, Porto Alegro und in Äquator-Nähe, Recife, mit einem bes. "Lebensgefühl".
Mit 3.014 m Höhe ist der Pico da Neblina der höchste Berg und mit 6.440 km (!) der Amazonas einer der längsten Flüsse der Welt aus dem Regen-Urwald in den Atlantik fließend.
die zu über 85 % katholische Misch-Bevölkerung beträgt 169.591 Millionen; lt. letzter Schätzung des IBGE aus dem Jahre 2000!

Ach ja: Zu unserer Sommerzeit ist's dort -umgekehrt- =Winter. Und im Winter die "Sommerzeit". So kann es kommen, das unbedarfte Reisende im Juli/Aug. in Sao Paulo oder dem Minas Gerais frieren, sogar Fröste zu fühlen sind.
Über www.brasilianische-botschaft.de kann noch mehr Wissenswertes und Notwendiges für Reisen in dieses "unglaubliche" Land in der sog. NEUEN (dritten) WELT gefunden werden.
Eine einheitliche Tourismusbehörde besteht zwar: EMBRATUR Setor Comercial Norte, Quadra 2, Bloco G, 70710 Brasilia, DF, Brasilien: 0055/61 224-9100, aber ratsam ist's wer sich via Botschaft für seine Reise/Ziele die örtlichen Tourismus-ämter benennen lässt. Unter www.brazilinfo.com oder die nationale Fluglinie VARIG gibt's noch mehr Infos und Tipps.
Mit täglichen Direktflügen (VARIG/LH) von Franktfurt/M. ist man(n) in ca. 10/12 Stunden -meist in Sao Paulo- in Brasilien.
Per Schiff www.nsb-reisebuero.de ist's nur m.W.n. mit den Kreuzfahrer-Pötten hinzukommen; oder per NSB-Frachtschiff-Tourismus in Muße an Bord eines Frachters (mit Ziel Porto Alegro!)!
Ich werde mir die Zeit nehmen und unter den grünen Segeln des "BECKS-Bier-Schiffs", der ALEXANDER VON HUMBOLDT -Segler- "einschweben", falls die mir noch die temporäre Heuer als Smutje geben! Mal sehen, aber mit viiiel Hoffnung werde ich noch Crew-Mitglied, wenn's heisst: Segel brassen, auf Kurs Brasilien ablegen!

Von Porto Alegro - Rio oder Sao Paulo komme ich per Bahn und Bus dann in die Weinanbaugebiete (I. - IV.) im Süden des Landes. Ca. 6.000 km (!) weiter in den Nort-Osten ist dann das "neue" Anbaugebiet Vale do Sao Francisco = "Terra Nova"!
Die klimatischen Bedingungen - von Föstem im Süden bis "Amazonas"-Wetter am Äquator - sind unterschiedlicher -schwieriger- als man's kaum glauben kann:

I. Campanha    201 m Altitude 1.388 mm/year 12,3 - 24,3C
II. Serrade Sudeste    420 m 1.419 mm/year 12,0 - 21,7C
III. Serra Gaucha    640 m 1.736 mm/year 12,9 - 22,9C
VI. Sao Joaquim 1.415 m 1.622 mm/year   9,4 - 18,9C
V. Vale do Sao Francisco    366 m    599 mm/year 20,5 - 31,7C

Der regelmäßige Weinanbau soll durch ital. Einwanderer Ende des 19. Jahrhunderts zu beachtlicher Blüte gekommen sein. Exporte fanden jedoch m.W.n. nicht statt. Brasilianische Weine sind in Europa - auf der restlichen WeinWelt - unbekannte Schätze! Und wie ein "Schatzsucher" fühle ich mich bei meinen langwierigen Planungen und Vorbereitungen für die "Weinnasen-Tortour", die zum Ende 2005 beginnen und ein paar Monate dauern soll!
Und von einem Weingut, mit nennenswertem Anbau im Süden UND Nord-osten Brasiliens kann ich in einigen Tagen "genießbare", wundervolle Weine präsentieren, wenn... man(n) beim Versand nitt "gepennt" hat und ich viel Glück habe.

Über das "neue" Anbaugebiet, zwischen dem 9.ten und 10.ten Breitengrad, dem Äquator nächstgelegenem Weinanbau-Gebiet der Welt, weiß ich nur von einem vorherrschenden, tropischen Klima, mit feuchten wie trockenen Perioden und Böden aus der Kreidezeit und Schwemmland-Böden (von geringer Fruchtbarkeit) zu berichten. Hier ist Brasilien am "afrikanischsten". Besonders in den "Samba"-Städten Salvador do Bahia, Recife oder Portaleza ist dies sicht- und "spürbar"!

Und die Jesuiten haben im Süd-Westen, im 17. Jhrdrt. hier "Missions-Land" (=Missones) geschaffen und bis zu ihrer gewaltsamen Vertreibung, 1756, auch Wein angebaut. Sogar genießbaren, wie alte Folianten/Bücher/Aufzeichnungen mir dies bestätigten. Also rund 100 Jahre, bevor "moderne" Einwanderer, hier die Italiener, wieder mit Weinanbau begonnen haben.
Aber erst ca. Mitte 1980 wurden Weine mit nennenswerten Qualitäten erzeugt, im Lande "ausgetrunken" (meist als Sekt!) und waren im "Bierland" Brasilien weiter bedeutungslos, bis... schaun mer mal, watt noch >so< all' kütt watt kumme soll!

Was ich aus Brasilien für Weine erwarte:
Ich will mal den... "empfohlenen" Berichten des brasilianischen Weinanbau-Verbandes/"Behörde" glauben und habe die
IBRAVIN (seit 1998!) Alameda Fenarinho, 481, Bairro Fenarinho, 95700-000, Bento Concalves/RS www.weinesfrombrazil.com
gebeten, mich weiter und heiter zu informieren. Und, wie im Falle meiner Bitten zum damals unbekannten >Vinho do Acores<, dem Wein von den Azoren. ist auch hier nichts gekommen. Evtl. weil mein portugisisch (noch) schlechter als mein "english" ist. Denn Brasilien war mal eine portugiesische Besitzung in der "Neuen Welt" (der Landesname stammt von den -damals- riesigen, küstennahen Wäldern und gesuchten Bäumen mit rötlichem Holz = "brazil"!) und der Königssitz in den Wirren der europäischen Machtkämpfe der "Kronenhäuptigen". Später sogar das >Kaiserreich Brasilien<, der Dom Pedro als Herrscher von Portugals Gnaden.

Also: diese Rebsorten werden in den 5, mir >so< bislang bekannten Weingegenden angebaut, hauptsächlich:
A. "TERRANOVA": Muscadet, Shiraz, Late Harvest,
B. "RIO GRANDE": Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot, Pinot Noir (für Sekte!), Touriga Nacional, Alfrocheiro, Tinta Roriz, Sauvignon blanc, Gamay, Sémillion, Alicante Bouschet.

Spontan vergoren, Erträge um ca. 8.000 kg/ha., malolaktische Fermentation und Holzfaßausbau (ca. 10 Mon.), diese vinophilen "Schlagworte" sind - auf "brasilianisch" (=portugiesisch plus indianisch-afrikanisch), auch bekannt und der Garant für einen "modernen" Weinan- und Ausbau auf ca. 10.000 ha. mit ca. 45 Mio. Liter.
Seit ca. 1991 bemüht sich Brasilien, Weine für den Export zu produzieren. Führend sind dabei die Weinfarmen wie: Miolo (Rio Grande do Sul und Vale do Sao Francisco) - eine der größeren -, Lovara (mit Riesling Halico!), Georges Aubert (überwiegend Sekte), Don Laurindo, Vinicola Cordelier, Cavallieri, Casa Valduga (mit einem roten Sekt!), Aurora, Sulvin, Salton, Peterlongo (mit einem superben Tannat) - um nur einige wichtige zu nennen.
Diese Unternehmen - und viele kleine "Tagelöhner" -Zulieferbetriebe- bilden das "Rückgrat" des "brasilianischen Wein-Schatzes", den es gilt, zu "finden" und Euch zu präsentieren!

So, datt wollt' ich kurz als "Intermezzo" einer ollen Weinnase als Wein-Schatz-Jäger Euch vermelden. Sofort "melden", und zu einer Degu mit brasilianischen Grill-Spezialitäten einladen werde ich, wenn der bestellte/erbetene Wein endlich est arrivée vor mir steht!

Eure olle Weinnase,
on the road again in Sachen "Reiner Wein" -weltweit- "auffe Socken", statt nur in Haus und Garten "rumzuhocken"!


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