Weinnase: Geschichten aus 2007

Gartenwege = Irrwege!

- vom "Schreber-" zum "Zauber"-Garten -

19.11.2007

Tach aber auch!

Als ich SIE -vor langen Jahren- kennenlernte, hatte sie >*IHN*< schon. Seit Jahrzehnten schon, den Kleingarten, den sog. "Schrebergarten".
Und der lag in einer genehmigten >Daueranlage<. Mit einem großzügigen Vereinshaus mit "Biergarten"-Atmosphäre, Parkwegen und ca. 222 scheints gleichgesinnten Gartennachbarn.
In einem Verein, mit gesetzähnlichen Statuten und überörtlichen, überregionalen, einforderbaren wie einklagbaren Rechten und Pflichen aus dem Bundeskleingartengesetz. Und einer einmal jährlichen, der UN-Vollversammlung gleichenden Garten-Hauptversammlung unter Leitung eines demokratisch gewählten Vorstandes. Gewählt als ge- wie wichtige Mitgliedervertretung mit der Befugnis zu Regelungen, Abmahnungen, Neuaufnahmen und Kündigungen bei unbotmäßigem Verhalten von Mitgliedern.
Denn, wie im "richtigem" Leben, treten hier auch Mitglieder daneben und sollen dann außerhalb der regulierten Gemeinschaft, so gartenlos, wie gewissenlos, bleiben. Die von uns eingesetzten "Regulatoren" tun solche "Garten-Schurken" vertreiben. Hier will man nur solche Gartenfreunde leiden und arbeiten sehen, die kein Unkräutlein lassen stehen und nicht über die Gemeinschaftsrasenflächen und -Kanten hier gehen.

Und ums geregelte wie regelmäßige und gemeinschaftliche "Gartenfeste" feiern und gelegentlichen allgemeinen Gartenarbeiten zu gewissen Zeiten. Wer nicht -freiwillig- "mitwerkelt", allgemeine Einrichtungen und Wege, Hecken etc. hegt und pflegt, der zahlt an die Vereinskasse bis zu seinem 70-ten Lebensjahre eine "Entschädigung". Und dies tun hier die meisten Vereinsmitglieder des nun 70-jährigen Gartenvereines im DüdoSüden, in UNI-Nähe, im sog. SÜDPARK -ehem. BUGA-Geände in Düdo- gelegen!

Als ich von dem Schrebergärtchen meiner Herzallerliebsten erfuhr, entfuhr mir ein etwas entsetzter -leiser- Aufschrei... "was für 'ne Spießerei"!
Es dauerte dann ca. 1 - 1/2 an Jahren, bis ich erstmals den feuchten, langen wie matschigen Weg, vom Parkplatz des so "umschmucken" Vereinshausess bis zur Parzelle meiner Garten-Gazelle -fast freiwillig-, fand und mich zum selbstgebackenen "Pflaumenkuchen und Blümchenbesuchen" auf der eigenen Scholle meiner heutigen Ehefrau widerstrebend damals ein- und hinfand aufs herbstliche Grabeland am süd-westlichen Stadtrand von Düsseldorf.
Der typische, niederrheinische Sprüh- und Landregen bringt bestimmt den Kleingärtnern seinen Segen, dachte ich noch. Mir aber den lehmig-klebrigen Matsch von aufgeweichten, gepflegten ledernen Halbschuhen - halbfeuchte "Stradttreterchen" statt dichte Stiefel hatte ich zur weißen Leinenhose an. Das warm-wollige Jakett war da noch so adrett wie meine flotte Leinenhose, gebügelt und reinweiß, und die Slipper säuberlich glänzend.
Zumindest als ich am Parkplatz los- und nach 3/4-stündigem "Suchlauf" -natürlich arg verspätet- mich "leicht erregt" und klitsch-pitsch regennass -von meiner damaligen Freundin bereits vermisst, umarmen und "trockenreiben" ließ. Die Haare und die Hosenbeine. Die Wolljacke kam zum Abtropfen auf einen Bügel im kleinen Geräte-Gartenhaus. Die verdreckte -einst reinweiße- Leinenhose und's blaue Seidenhemd zog ich nicht aus. Wohl aber die aufgeweichten Lederschuhe, in Lehm "versteckt"! Für Gartenwege im/nach Regenfällen absolut ungeeigneter "Luxus"!

Und so bekam ich mein erstes, persönliches "Gärtner-Outfit": wasserdichte und trockene Gummistiefel in schlappiger Übergröße!
Und dies war der wunderbare Beginn einer "Freundschaft im Grünen" (und späteren Heirat) der gastgebenden Kleingärtnerin.
Noch viele -"matschige"; d.h. nicht gerade leichte Gartenwege - Wege musste ich -wir- gehen und uns abmühen, darauf dann nach Jahren zu dem Kleingarten zu kommen, der unseren Wünschen und Bedürfnissen nahe kam. Gar nicht leicht war's für uns, hier den ökologisch wertvollen und biologisch einwandfreien >"Zaugergaren"< entstehen zu lassen. Wachsen zu lassen, was uns erfreut und dem gartenfrischen, gesunden und   g e n ü s s l i c h e n   Erlebnis dient!

Die ersten Jahre beobachteten wir übers "Gartenjahr" unseren "Geometrie"-Garten, Sonnen- und Schattenstände, "Wind und Wetter" sehr genau. Wir führten Aufzeichnungen, kauften viele - unnütze (z. Teil) Gartenbücher, deren "bunte Bilder" uns nur neidisch machten, gingen zu VHS-Kursen und "stritten" uns um die neueste Ausgabe der allseits bekannten "Garten (-Medien)-Blätter"!
Wir wollten "Alles" und alles richtig und "blühreich" und "Neue Wege" in unserem kleinen Gärtchen haben. Zunächst bekam das etwas marode "Gerätehaus" ein neues Outfit zum 24 m2-flächigem Gartenhaus - "Laube" i.S. der des Bundekleingarten-Gesetzes"!
Griechisch-Blau auf weißem Isolier-Reibeputz, neue Holzfenster mit Isolation, feuchtigkeitsgesperrter Fliesenboden und eine drainierte "Naturstein"-Terrasse nebst "verschlungenen" lauschigen Gartenwegen. Die Betonplatten-"Rennpisten" wurden (genau wie die Grab-ähnliche Rabatte) entsorgt.

[Barbara: und hier endet Seite 4 von 7, die folgenden Seiten habe ich leider nicht gefunden!]


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